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Acht neue Stücke für den Berliner Stückemarkt 2010 |
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Festivals
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Theatertreffen der Jugend vom 21. bis 29. Mai/Internationales Forum
297 neue Stücke aus ganz Europa wurden unter dem Ausschreibungsmotto „Wer die Wahrheit liebt, lügt“ für den Stückemarkt 2010 eingereicht. Die fünfköpfige Jury aus renommierten Autoren und Theatermachern - Burghart Klaußner, Iris Laufenberg, Falk Richter, Marlene Streeruwitz und Malte Ubenauf - hat ihre Auswahl getroffen; folgende fünf Autoren werden ihre Texte im Rahmen des Theatertreffens in szenischen Lesungen vorstellen: Ekat Cordes, Oldenburg: „Ewig gärt“, Claudia Grehn, Berlin: „Ernte“, Wolfram Lotz, Leipzig: „Der große Marsch“, Stefan Peca, Târgoviste (Rumänien): „Wire and Acrobats“ und Julian van Daal, Wien: „Alles Ausschalten“. Die Autoren werden jeweils von einem Juror in Form einer einjährigen Patenschaft über den Stückemarkt hinaus betreut - eine Neuerung des Stückemarkts 2010.
Ekat Cordes beschreibt in seiner Groteske „Ewig gärt“ den Zerfall einer Kleinfamilie und bringt somit ein Stück dringlicher sozialer Realität auf die Bühne. In der Gegenüberstellung von polnischen und deutschen Biografien zeigt Claudia Grehns Sozialdrama „Ernte“ die fast unüberwindbaren Unterschiede der jeweiligen Lebensentwürfe auf. Die Polit-Show „Der große Marsch“ von Wolfram Lotz entlarvt in einem originären Spiel mit den Mitteln des Theaters die Unmöglichkeit von politischen Haltungen. Der rumänische Dramatiker Stefan Peca entwirft in „Wire and Acrobats“ (Seil und Akrobaten) ein doppelbödiges Puzzle aus subtil-realistisch und absurd-grotesk gezeichneten Einzelschicksalen. „Alles Ausschalten“ von Julian van Daal bricht das von den Me-dien einseitig dargestellte Bild einer orientierungslosen Jugend auf, um ihr differenzierte Stimmen zu geben. Drei weitere Autoren nominierte die Jury für die Teilnahme am Dramatikerworkshop unter der Leitung von John von Düffel: Thomas Arzt, Wien: „Protest eines Provinzproleten“, Johannes Becker, Leipzig: „Befreundete Menschen“ und Sandra Kellein, Berlin: „Wohlfühlen für Fortgeschrittene“. Das Programm und die Termine des Stückemarkts werden zusammen mit dem Spielplan des Theatertreffens Ende März (nach Redaktionsschluss, Anm. d. Red.) bekannt gegeben. Ende Mai präsentieren die Berliner Festspiele neben dem Theatertreffen seit mittlerweile 31 Jahren auch den Bundeswettbewerb Theatertreffen der Jugend: Jugendliche Theatermacher finden hier ihr Forum und werden in ihrer künstlerischen Entwicklung und kreativen Arbeit gefördert. Bewerben können sich Schul- und/oder Jugendclub-Theatergruppen aus dem gesamten Bundesgebiet, eine Fachjury aus Theaterschaffenden wählt jährlich aus über 100 Bewerbungen acht „bemerkenswerte und beispielhafte“ Produktionen aus. Als Preis winkt den Nachwuchstalenten eine Reise nach Berlin, wo sie ihre Produktionen live und unter realen Bedingungen dem Publikum präsentieren. Aus 105 Bewerbungen von Schulen, Jugendclubs und freien Gruppen hat die Jury zunächst 21 Theaterproduktionen für die Zwischenauswahl nominiert; u.a. das Junge Deutsche Theater Berlin, P14 - Jugendtheater der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin, den piccolo InszenierungsKlub Cottbus, den Jugendclub Backstage vom Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, das junge schauspielhannover und ein Projekt mit jungen Laien am Schauspiel Dortmund. Die acht finalen Preisträgerstücke sind: Spielclub U22 des Theaters Baden-Baden mit „Zu schön für diese Welt“ (Eigenproduktion), Projekt des Jungen Deutschen Theaters (Berlin) mit „Aussteigen auf freier Strecke“ (Eigenproduktion), P14 - Jugendtheater der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (Berlin) mit „Paulina sulla spiaggia“ (Eigenproduktion), Theaterjugendclub „Die KarateMilchTiger“ vom Schauspiel Chemnitz mit „Revolution Reloaded“ nach Friedrich Schiller, Theatergruppe am Goethe/Düsseldorf mit „Müssen Nur Wollen“ (Eigenproduktion), junges schauspielhannover (Hannover) mit „girls! girls! girls! Ein Tanztheaterprojekt über Mädchen“ (Eigenproduktion), Kooperation des KRESCHtheater mit der Marienschule (Krefeld) mit „Parese“ nach William Shakespeare sowie Tanztheater Hagazussa/Münster mit „SELBSTauslöser“ (Eigenproduktion). Zentrale Themen der Inszenierungen sind Fragen nach Freiheit und der eigenen Identität, die Suche nach der individuellen Rolle innerhalb der Familie, des Freundeskreises und der Gesellschaft. Die Jury 2010 besteht aus Theaterschaffenden und Theaterpä-dagogen: Martin Frank (Basel), Julia Gräfner (Bern), Ursula Jenni (Berlin), Josef Meißner (Passau), Charles Morillon (Essen), Maike Plath (Berlin), Klaus Riedel (Kassel), Michael Stieleke (Düsseldorf) und Carmen Waack (Hildesheim). - (www.theatertreffen-der-jugend.de, www.berlinerfestspiele.de) Zum 46. Mal wird das Theatertreffen auch zum Forum für Theatermacher aus aller Welt - unter dem Motto „Die Welt um acht. Wirklichkeiten vorstellen“ stehen 2010 zwei Fragen im Mittelpunkt des Workshop-Programms: Wie kann das Theater Welt verhandeln? Und welche Wirklichkeiten entstehen durch die Kunst des Theaters? Die vier Workshops von herausragenden Künstlern verfolgen dabei völlig verschiedene gegenwärtige Arbeitsweisen: Workshop 1 „Theater machen!“, geleitet von Mustafa und Övül Avkiran, Direktoren der freien Spielstätte garajistanbul in Istanbul - sie inszenieren und spielen dort Stücke, die im Spannungsfeld gesellschaftlicher Auseinandersetzung entstehen. Workshop 2 „Money - It Came From Outer Space”, geleitet von Chris Kondek und Christiane Kühl - der Videokünstler arbeitet mit herausragenden Schauspiel- und Opernregisseuren; zusammen mit der Dramaturgin Christiane Kühl realisiert er Performances mit Hilfe von Internet und Livestream. Workshop 3 „History Counts”, geleitet von Hans-Werner Kroesinger - der derzeit bekannteste Dokumentartheater-Regisseur und Autor recherchiert brisante zeitgeschichtliche Stoffe für seine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen. Workshop 4 „Theater, die Stadt und das Städtische“, geleitet von Ivo Kuyl und Ruud Gielens - Ivo Kuyl, Dramaturg am Königlich-Flämischen Theater in Brüssel, und der Regisseur und Schauspieler Ruud Gielens setzen sich mit den im Wandel begriffenen urbanen Gesellschaften des Westens auseinander. - Insgesamt 43 Regisseure, Schauspieler und Autoren aus vier Kontinenten bzw. zwanzig Ländern (aus zwölf verschiedenen Ländern der Bundesrepublik Deutschland, aus Österreich und der Schweiz sowie aus Simbabwe, Kasach-stan, Ägypten, Lettland, Bulgarien, Niederlande, Griechenland, Schweden, Slowenien, England, USA, Tschechische Republik, Argentinien, Island, Slowenien, Togo und China) werden nach Berlin reisen, um in einer gemeinsamen künstlerischen Praxis zu forschen und zu diskutieren. Das Internationale Forum findet anlässlich und im Rahmen des Theatertreffens statt; außer der Teilnahme an den Workshops haben die Stipendiaten die Möglichkeit, die zum Theatertreffen eingeladenen Inszenierungen zu sehen, was die Grundlage ihrer Diskussionen und Arbeit im Forum ist. Weitere Informationen zum Internationalen Forum unter www.internationales-forum.de.
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