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Christine Mielitz verlässt Dortmund Ende 2010 |
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Personalia
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Die seit 2002 amtierende Intendantin des Dortmunder Opernhauses Christine Mielitz, deren Vertrag eigentlich bis 2012 läuft, wird ihr Engagement bereits Ende 2010 und damit mitten in der Saison vorzeitig beenden - das erklärten Mielitz und der Dortmunder Kulturdezernent Jörg Stüdemann Anfang Oktober.
In der Vergangenheit war es zunehmend zu Differenzen zwischen Intendantin und Mitarbeitern am Opernhaus gekommen, die Atmosphäre im Haus sei für diese Entscheidung aber nicht ausschlaggebend gewesen, so Mielitz, die sich nach eigenen Angaben wieder mehr ihrem eigentlichen Beruf, der Regie, zuwenden will. Eine Entscheidung über ihre Nachfolge ist noch nicht gefallen, Stüdemann rechnet mit einer Übergangslösung bis zum Saisonende, da er es für unrealistisch hält, mit einem potentiellen Nachfolger einen fließenden Übergang schaffen zu können. Generalmusikdirektor Jac van Steen sei als Interimslösung zwar „eine Möglichkeit“, aber „nicht der Favorit“; in dem Zusammenhang wurde außerdem Torsten Mosgraber, Direktor des „Klangvokal”-Festivals, genannt. Der verbleibende Zeitraum sei „sehr eng”, so dass keine „große Ausschreibung”, sondern die zielgerichtete Auswahl durch eine Findungskommission erfolgen müsse, so Stüdemann, der betonte, dass die Stadt trotz der vorzeitigen Vertragsauflösung keine Auflösungszahlungen an Mielitz leisten müsse. Die Intendantin plane übrigens die ganze Spielzeit 2010/11 vor, so dass die Kontinuität gewährleistet sei. Der Kulturdezernent erklärte weiter, dass mit Mielitz schon bei der Vertragsverlängerung im Jahr 2006 vereinbart worden war, nach acht Jahren Opernintendanz und mit Blick auf die Kulturhauptstadt 2010 eine Zwischenbilanz zu ziehen und über eine weitere Zusammenarbeit zu verhandeln; „einvernehmlich” habe man nun entschieden, dass das Kulturhauptstadtjahr „die Ära Mielitz abrundet”. Mielitz selbst findet die Kulturhauptstadt einen guten „Markstein”: Sie habe noch einige Projekte - wie die Kinderoper, deren Gründung als ihr größtes Verdienst in Dortmund gilt, und 2010 das Henze-Projekt (u.a. ein „Orpheus“ mit Musik von Gluck und Henze Ende Mai) - realisieren wollen, habe aber auch eine Entscheidung über ihre Zukunft treffen müssen. Ihr Weggang habe nichts mit den wiederkehrenden Streitigkeiten im Haus zu tun; eine so grundlegende Entscheidung treffe sie nicht auf Basis solch „punktueller Ereignisse”. Die Arbeit am Opernhaus sei bislang ein „ungeheurer Gewinn” mit den „nötigen Reibungsflächen” gewesen. Die noch verbleibende Zeit in Dortmund will Christine Mielitz mit „großer Arbeitsfreude” bestreiten und sich ab 2011 „dem Beruf als Regisseurin wieder vertiefter widmen, als ich es hier konnte” - sie führe bereits Gespräche über konkrete Projekte, wolle aber keine Details nennen. Eine Intendanz an einem anderen Haus könne sie sich aktuell nicht vorstellen, wolle sie aber auch nicht ausschließen. Unterdessen wurde noch einmal bestätigt, dass sich der künftige Schauspielchef Kay Voges tatsächlich von allen Schauspielern bis auf einen trennen wird - bei der Entscheidung seien auch finanzielle Erwägungen ausschlaggebend gewesen: Für einen „alten“ könne sich Voges fast zwei neue Schauspieler leisten. Voges habe zwar unterschätzt, „dass die Dortmunder wie eine Familie am Schauspiel hängen”, äußerte Kommunalpolitiker Heinz Dingerdissen, zugleich Vorsitzender des Vereins „Dortmunder für ihr Schauspiel”. Das Bedauern über den Weggang der Schauspieler habe man aber bereits vor einigen Monaten zum Ausdruck gebracht, nun müsste der Verein für den Erhalt eines schlagkräftigen Schauspiels, nicht für den Verbleib der Schauspieler kämpfen. „Mit jedem Querschuss würden wir die Situation nicht ändern, sondern das Vertrauen in die zukünftigen Spielzeiten erschüttern.”
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