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Hermann Beil wird neuer Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste |
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Personalia
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Nach „internen Querelen“, wie es in der Presse heißt, hat die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste in Bensheim den 68-jährigen Hermann Beil zu ihrem Präsidenten gewählt - wie die Akademie mitteilte, bestimmte eine außerordentliche Mitgliederversammlung Ende Oktober den in Berlin lebenden Österreicher zum Nachfolger des ehemaligen Bremer Intendanten Klaus Pierwoß (67).
Der erst im März nominierte Pierwoß war bereits Mitte September wegen „diverser Meinungsverschiedenheiten“ zurückgetreten, nun übernehme „eine der profiliertesten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Theaterszene” für die nächsten drei Jahre ein Amt, das vor ihm wichtige Theatermacher wie Erwin Piscator, Harry Buckwitz, Jürgen Flimm oder Günther Rühle innehatten, teilte die Akademie mit. Beil war seit 1965 Dramaturg, Chefdramaturg, Regisseur und Co-Direktor u.a. an Bühnen in Frankfurt, Basel, Stuttgart, Bochum und Berlin, außerdem Chefdramaturg von Claus Peymann am BE, dessen Co-Direktor er auch am Wiener Burgtheater war. Von 1992 hatte Beil zudem die Position des Chefdramaturgen bei Peter Stein in Salzburg inne. Höhepunkt seiner Dramaturgen-Laufbahn war unter anderem die Betreuung mehrerer Uraufführungen von Friedrich Dürrenmatt, George Tabori und Thomas Bernhard - letzterer widmete ihm drei berühmt gewordene Dramolette, in denen er auch als Bühnenfigur auftritt. Legendär ist die langjährige und produktive Zusammenarbeit mit den Intendanten Claus Peymann und Peter Stein; in jüngerer Zeit betätigte sich Beil vorrangig als Regisseur und Rezitator, was ihm den „Theaterpreis Berlin“ (zusammen mit Claus Peymann) und den „Kritikerpreis“ des Verbands deutscher Kritiker einbrachte. Seine Liebe zum Theater dokumentieren mehrere Buchveröffentlichungen und Audiobooks, wie zum Beispiel der 2007 erschienene Band „Theaternarren leben länger“. Er sei als Präsident der Akademie der Darstellenden Künste „Direktor eines imaginären Ensembles“, wie er in einem Interview im Deutschlandradio formulierte: „Die Bitte, dieses Amt zu übernehmen, ist an mich herangetragen worden, und ich habe mich geprüft, ob ich bereit bin, nachdem ich jahrelang jede Intendanz abgelehnt habe, ehrenamtlicher Direktor eines imaginären Ensembles zu werden. Und ich hab mir gesagt: Ich will es probieren und was daraus entsteht, das wird sich zeigen. Mit so wunderbaren Mitgliedern der Akademie kann man etwas auf die Beine stellen. (…) Die Arbeit fängt jetzt erst an. Es gibt ein wunderbares Wort von Igor Strawinsky, das heißt ‚Die Inspiration kommt bei der Arbeit’.”
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