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PiaMaria Gehle neue Intendantin am WBT Münster |
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Personalia
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PiaMaria Gehle (33), Regisseurin am Wolfgang Borchert Theater in Münster, wurde kurzfristig als Nachfolgerin von Hanfried Schüttler zur neuen Direktorin des Kölner theater der keller berufen und wird damit die jüngste Theaterleiterin deutschlandweit (seit Schüttlers Abgang zum Ende der letzten Spielzeit ist Herbert Wandschneider Interimsdirektor).
„Mit der Ernennung der Regisseurin, Festspielleiterin und Dozentin PiaMaria Gehle zur Intendantin entschied sich der Trägerverein des traditionsreichen theater der keller in der Kleingedankstraße einen Ort für Nachwuchskünstler zu schaffen“, heißt es in der Pressemitteilung des Hauses. Gehle werde mit einem Ensemble aus „festen freien“ Schauspielern sowie Regisseuren arbeiten, das sich aus jungen Theaterschaffenden und „alten Hasen“ zugleich zusammensetzt; den künstlerischen Schwerpunkt bilde dabei die Förderung des Nachwuchses sowohl aus dem Raum Köln als auch deutschlandweit. Neben altbekannten Gesichtern sollen die Kölner Zuschauer vor allem die „Stars von morgen“ entdecken können. Hanfried Schüttler hatte 2006/07 die Nachfolge des jetzigen WBT- und damaligen Keller-Chefs Meinhard Zanger angetreten und nach drei Spielzeiten bereits wieder aufgegeben. Gehle tritt ihr Amt am theater der keller ab der kommenden Spielzeit 2010/11 an; in Köln war sie 1998-2002 Regie-Schülerin und Regie-Assistentin von Zanger, ehe sie an die Hamburger Hochschule für Musik und Darstellende Kunst ging und 2006 dort ihr Regie-Diplom ablegte. In Hamburg machte sie als Initiatorin, Mitbegründerin und Co-Leiterin des Nachwuchs-Festivals „Kaltstart“ auf sich aufmerksam. Gehle führte Regie am Hamburger Schauspielhaus, in Würzburg und Köln - in Münster inszenierte sie Martin Heckmanns‘ Schauspiel „Das wundervolle Zwischending“ und die Komödie „Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“, die seit der Premiere über 100 Mal auf dem Spielplan des WBT stand. Durch die Arbeit für „Kaltstart“ habe sie gemerkt, dass sie sich neben dem Inszenieren auch im Gestalten und Leiten eines Spielbetriebes „wiederfinde“, so Gehle in einem Interview mit der Kölner Theaterzeitung akT. „Als ich hörte, dass die Position am Theater der Keller, wo meine künstlerischen Wurzeln liegen, frei wird, habe ich mich mit meinem Konzept beworben.“ Die dem Keller angeschlossene Schule des Theaters sieht Gehle als eine gute Basis - „da hat man per se ein wahnsinniges Potenzial zur Verfügung. Mein Konzept weitet das auf den Spielbetrieb aus. (...) Mich interessiert die Reibung zwischen klassischen und neuen Formen, z.B. einen erfahrenen Regisseur einen ganz jungen Autor inszenieren lassen, oder einen jungen Regisseur einen Klassiker. In den letzten Jahren habe ich, auch dank des Festivals, viele tolle Theaterschaffende aus ganz Deutschland kennengelernt, habe viele spannende Kombinationen von Stück/Regie/Besetzung/Ausstattung im Kopf. Das Kellertheater soll die Bühne werden, an der es die Ideen der Stars von morgen zu sehen gibt.“ Neben den üblichen Klassikern, Komödien und modernen Stücken sollen Adaptionen und Eigendramatisierungen eine wichtige Rolle spielen; neben den regulären Vorstellungen will Gehle ein Rahmenprogramm etablieren, das über die Kunstform Theater hinausgeht: „Köln hat viele interessante junge Künstler aller Disziplinen. Theater ist keine heilige Halle mehr - ich kann mir auch Konzerte und Partys im Kellertheater vorstellen. Für all das gilt: eine klare inhaltliche Linie und spannende Besetzungen! Der Arbeitstitel für die Spielzeit 2010/11 ist ‚Keller - Revolution’. Revolution steht für Veränderung - und die muss es geben. Den ganzen Spielplan kann ich natürlich noch nicht verraten, es müssen ja auch noch Rechtefragen geklärt werden. Viel hängt auch von Schauspielern ab, die ich mir auf der Bühne im Keller wünsche. Aber die Spielzeiteröffnung wird eine Dramatisierung von Horváths ‚Jugend ohne Gott’ werden.“ Und zu den Gerüchten, dass das theater der keller möglicherweise aus der nächsten Konzeptionsförderung herausfallen könnte, befragt, äußerte die junge Theaterfrau (die einräumt, „Genaueres“ bisher nicht zu wissen): „Ich fände es fatal, wenn die Stadt zulässt, dass dieses Haus den Bach runtergeht. Es geht um eine Traditionsbühne mit Geschichte, um einen Ort, der immer noch ganz viele Chancen und Möglichkeiten bietet. Das Kellertheater auf Grund irgendwelcher Fehler aus der Vergangenheit zu opfern und damit neue Verteilungskämpfe zu entfachen, wäre das falsche Signal. Wenn es dieses Haus nächstes Jahr wirklich nicht mehr geben sollte, dann reißt das nicht nur ein großes Loch in die Kulturszene, sondern dann ist das auch ein Startschuss für die Entsolidarisierung der Szene. (...) Ich wünsche mir, das im ‚worst case‘ viele Kölner mit mir zusammen für das Theater der Keller auf die Barrikaden gehen.“ (Zitate nach www.theaterzeitung-koeln.de). Gehle ist übrigens auch für den renommierten Adolf-Grimme-Preis 2010 nominiert worden: Sie führte Regie bei der Fernsehproduktion „Konspirative Küchen Konzerte“, die im freien Sender TIDE TV im Internet ausgestrahlt wird und jetzt in der Kategorie „Unterhaltung spezial“ zum 46. Adolf-Grimme-Preis nominiert wurde; die Preisverleihung der Fernsehtrophäe findet am 26. März in Marl statt.
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