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Frankfurt Lab - Das Labor der Moderne für FrankfurtRheinMain gegründet Drucken E-Mail
Kulturpolitik

Neue Basis für zeitgenössische und interdisziplinäre darstellende Kunst

Anfang Oktober hat das „Frankfurt Lab“ offiziell seine Arbeit in der ehemaligen Außenspielstätte des Schauspiel Frankfurt in der Schmidtstraße aufgenommen: „Frankfurt Lab“ ist ein Verein, der auf Initiative des Ensemble Modern, der Hessischen Theaterakademie, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, des Künstlerhaus Mousonturm, der Forsythe Company sowie des Kulturfonds FrankfurtRheinMain gegründet wurde. Anlass für die spartenübergreifende Zusammenarbeit war der Mangel an geeigneten Räumen, die eine offene Produktionsweise ermöglichen - im Format des Laboratoriums ist jetzt ein innovativer Probe-, Ausbildungs-, Produktions- und Aufführungsort entstanden, in dem ohne die Zwänge des herkömmlichen Theaterbetriebs neue Projekte entwickelt werden können und „ästhetische Praxis, theoretische Reflexion und Rezeption“ konzentriert werden sollen. Vorstellungen würden eher „spontan und gelegentlich“, kurzfristig angekündigt stattfinden, wie es hieß; ein Theater im eigentlichen Sinne mit regelmäßigem Vorstellungsbetrieb werde das Labor nicht sein. Laut Informationen der Tagespresse erwägt die BHF-Bank-Stiftung, die nächsten „Frankfurter Positionen“ mit ihren Werkaufträgen im Frankfurt Lab zu veranstalten; außerdem soll es ein Jugendtanzprojekt des Mousonturms mit dem Hessischen Rundfunk geben. Die Musikhochschule plane dagegen eine Oper der Klasse des Komponisten Beat Furrer, William Forsythe hofft auf spontane Vorhaben statt langfristig geplanter Produktionen und „works in progress“ mit wechselnden Beteiligten. Mindestens eine der fünf Institutionen muss jeweils an den Vorhaben beteiligt sein. Dabei erhalten auch Studenten der Musikhochschule, der Internationalen Ensemble Modern Akademie und der Hessischen Theaterakademie Gelegenheit zu praktischen Erfahrungen; neben der schon frisch renovierten großen Halle gibt es eine weitere für kleinere Projekte und Proben. Ermöglicht wird die Arbeit des Frankfurt Lab durch den Kulturfonds FrankfurtRheinMain, der - gemeinsam mit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und der BHF-Bank-Stiftung - die Arbeit des Laboratoriums zunächst für vier Jahre mit gut 1,5 Millionen Euro für Miete und Technik finanziell absichert; die jeweiligen Projekte müssen die Lab-Beteiligten allerdings selbst finanzieren. Geplant ist, dieses Laboratorium („mit internationaler Ausstrahlung für zeitgenössische Ensembles, für Musiker, Komponisten, Choreographen und Regisseure“, wie es in der Pressemitteilung heißt) in der Aufführungshalle in der Schmidtstraße so lange einzurichten, bis der geplante Neubau der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst fertig gestellt ist - dort soll das Projekt nämlich dauerhaft unterkommen. Die hessische Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann und der Frankfurter Kulturdezernent Felix Semmelroth versprechen sich eine Vorreiterrolle Frankfurts im internationalen Wettbewerb; Kühne-Hörmanns Vor-Vorgängerin im Amt, die Kuratoriumsvorsitzende des Kulturfonds Ruth Wagner, sagte, das Frankfurt Lab zu fördern sei eine Entscheidung gegen Althergebrachtes und für das Experiment. Nach den vier Jahren soll laut Wagner ein Symposion die Bedingungen des Erfolges und des Scheiterns von Kunstprojekten untersuchen (www.kulturfonds-frm.de).