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Komödie Dresden stellt Insolvenzantrag |
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Kulturpolitik
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Die Dresdner Komödie, seit 1996 im WTC („World Trade Center“) in Dresden untergebracht, hat Insolvenz angemeldet, wie Geschäftsführer Jürgen Wölffer Anfang Mai mitteilte - derzeit sei das Theater zwar noch liquid, allerdings drohe in den besucherschwachen Sommermonaten die Zahlungsunfähigkeit.
Laut einer Mitteilung der Bühne werden alle angekündigten Veranstaltungen bis zum Ende der Saison aber definitiv stattfinden, alle Gagen und Gehälter seien gesichert. „Das Kernproblem ist die Vermietung”, wird der Insolvenzverwalter - ein Rechtsanwalt aus Berlin - zitiert: Der Vermieter des Dresdner World Trade Centers, eine Tochter der amerikanischen Bank G.P. Morgan, kündigte unlängst den Mietvertrag, der damit Ende August ausläuft. Komödie-Geschäftsführer Wölffer will gerichtlich gegen die Kündigung vorgehen, sieht sich unabhängig davon aber bereits nach einer neuen Spielstätte „in besserer Lage“ um. Der Antrag auf Insolvenz gebe der Komödie einen größeren finanziellen Spielraum, weil drei Monate Insolvenzgeld von der Arbeitsagentur gezahlt wird. Gekündigt wurde Wöllfer von den WTC-Vermietern, weil er Mietschulden habe. Ab 1. September ist der Leipziger Musiker Stefan Schepnitz neuer Betreiber des Theaters im WTC. „Für mich hat die Insolvenz von Herrn Wölffer keine Folgen. Ich werde mit einem wunderbaren Theaterstück am 3. September das Haus neu eröffnen“, so der Kommentar von Schepnitz. Jürgen Wölffer plant nach einem Bericht der Sächsischen Zeitung seit Monaten ein neues Theater in Dresden: „Ich habe immer gesagt: Wenn es mit der Komödie im WTC nicht weitergeht, dann eröffne ich eine neue Bühne“, wird der 74-Jährige zitiert. „Das bin ich meinem Komödienpublikum in der Stadt schuldig.“ Der Theatermann, der die ersten Komödien in Berlin und Hamburg gründete, wolle das neue Theater im Waldschlößchen-Areal bauen; zurzeit werde geprüft, ob das alte Kino Metropolis, das leer steht, dafür genutzt werden kann. Jürgen Wölffer, alleiniger Geschäftsführer der Dresdner Komödie, ist der Vater von Martin Woelffer (sic!), der die Komödie und das Theater am Kurfürstendamm betreibt (und bekanntlich ebenfalls Probleme mit seinen Vermietern hat), aus denen sich Wölffer senior vor einigen Jahren zurückgezogen hat; die Unternehmen sind wirtschaftlich getrennt. Die Komödie Dresden gilt als das größte Privattheater Sachsens, das Programm besteht aus einem Repertoire, das weit über die Gattung Komödie hinausgeht. Auf der Bühne waren und sind Künstler wie Künstlerinnen zu sehen, die aus Film und Fernsehen bekannt sind - dazu zählen Tom Pauls, Herbert Köfer, Peter Herden, Heinz Rennhack, Vera Irrgang, Anita Kupsch und Alfred Müller. Auch Johannes Heesters trat schon mehrmals auf. |