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Bühnenverein fordert Runden Tisch zur Zukunft der Stadt |
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Kulturpolitik
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Beschlüsse der Jahreshauptversammlung in Freiburg/Erklärung der Landesbühnengruppe
Der Deutsche Bühnenverein hat in seiner Jahreshauptversammlung, die Ende Mai in Freiburg zu Ende gegangen ist, intensiv über die Zukunft der Stadt debattiert. Er fordert u.a. einen Runden Tisch, der unter Beteiligung von Künstlern und Politikern sowie Vertretern von Wirtschaft und Gesellschaft die Zukunft entwerfen soll. Dort müsse es um Fragen gehen wie: Was ist die Rolle von Stadt und Region in einer globalisierten Welt? Was bedeuten der demographische Wandel und die zunehmende Migration für die Stadt? Welche Aufgaben haben dabei Kultureinrichtungen wie Theater und Orchester? Wie können sich Theater als Orte des freien Diskurses und der Kunst behaupten? Wie werden die Städte vor einer finanziellen Auszehrung bewahrt?
Diese Fragen sind nach Auffassung des Bühnenvereins zentrale Punkte für die Zukunft der Theater und Orchester, nachdem sie einen strukturellen Reformprozess mit einem Abbau von 7.000 Arbeitsplätzen in den letzten 15 Jahren durchlaufen und abgeschlossen haben. Die Jahreshauptversammlung hat sich neben diesen grundsätzlichen Fragen auch mit zahlreichen praktischen Problemen der Theater und Orchester befasst. Dazu gehörten die ungelösten Probleme bei der Nutzung von Frequenzen für Mikroportanlagen und die in vieler Hinsicht zu hohen Abgaben an die Verwertungsgesellschaften GEMA und GVL. Eine wichtige Frage war auch, wie man in Zukunft illegale Aufzeichnungen von Theatervorstellungen und Konzerten verhindern kann. Der Bühnenverein protestiert zudem gegen den in Italien stattfindenden beispiellosen Abbau der dortigen Opernlandschaft und fordert den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi auf, den von ihm betriebenen Kahlschlag einzustellen. Außerdem wurde das Präsidium des Deutschen Bühnenvereins mit Ausnahme des Präsidenten für die nächsten drei Jahre neu gewählt - das Präsidium setzt sich aus den Vorsitzenden der verschiedenen Gruppen des Bühnenvereins zusammen (Gruppe der Staatstheater, Stadttheater, Landesbühnen, Privattheater, Intendanten und der Außerordentlichen Mitglieder, zu denen vor allem die Rundfunkanstalten gehören). Neben Präsident Klaus Zehelein sind dies: Senatsdirektor Hans Heinrich Bethge, Freie und Hansestadt Hamburg Kulturbehörde (Vorsitzender Staatstheatergruppe), Abteilungsleiter Volker Heller, Senatsverwaltung Berlin für Wissenschaft, Forschung und Kultur (Stellvertretender Vorsitzender Staatstheatergruppe), Kulturreferent Gabriel Engert, Stadt Ingolstadt (Vorsitzender Stadttheatergruppe), Bürgermeister Ulrich von Kirchbach, Stadt Freiburg (Stellvertretender Vorsitzender Stadttheatergruppe), Intendant Christian Schmidt, Landesbühnen Sachsen Radebeul (Vorsitzender Landesbühnengruppe), Geschäftsführer und Intendant Dirk Löschner, Theater der Altmark Stendal - Landesbühne Sachsen-Anhalt Nord (Stellvertretender Vorsitzender Landesbühnengruppe), Direktor Horst Johanning, Contra-Kreis-Theater Bonn (Vorsitzender Privattheatergruppe und Vizepräsident), Intendant Christian Seeler, Ohnsorg-Theater GmbH Hamburg (Stellvertretender Vorsitzender Privattheatergruppe), Intendant Holk Freytag, Bad Hersfelder Festspiele (Vorsitzender Intendantengruppe), Intendant Sewan Latchinian, Neue Bühne Senftenberg (Stellvertretender Vorsitzender Intendantengruppe), Intendant a.D. Heinz Glässgen (Vorsitzender Außerordentliche Mitglieder), Kaufmännische Geschäftsführerin Charlotte Sieben, Berliner Festspiele, Kulturveranstaltungen des Bundes Berlin GmbH (Stellvertretende Vorsitzende Außerordentliche Mitglieder).
Erklärung der Landesbühnengruppe im Deutschen Bühnenverein zur aktuellen Situation Mit Sorge sehen die Vertreter der 24 deutschen Landesbühnen, dass Bund und Länder neue Leistungen und Aufgaben auf Städte, Gemeinden und Landkreise übertragen haben, die von diesen zu leisten und zu finanzieren sind. Trotz enormer Sparanstrengungen können Kommunen und Landkreise diese finanzielle Last oft nicht mehr tragen. Durch diese Finanznot droht das städtische Leben in all seinen Facetten Schaden zu nehmen. Betroffen hiervon sind auch die 900 Orte, in denen die Landesbühnen pro Jahr etwa 9.300 Vorstellungen spielen und über zwei Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer erreichen. Im Koalitionsvertrag haben die Fraktionen der Bundesregierung festgelegt, dass „Kulturförderung keine Subvention, sondern eine unverzichtbare Investition in die Zukunft der Gesellschaft ist.“ Der Kulturausschuss des Deutschen Städtetages stimmt mit dieser Aussage völlig überein. Deshalb fordern wir die Verantwortlichen in Bund und Ländern auf, die Kommunen und Landkreise mit finanziellen Mitteln so auszustatten, dass auch in Zukunft qualitätvolle, professionelle Theaterarbeit durch die Deutschen Landesbühnen flächendeckend geleistet werden kann. Freiburg, 29. Mai 2010 Christian Schmidt, Vorsitzender der Landesbühnengruppe
Die Landesbühnengruppe im Deutschen Bühnenverein ist ein Zusammenschluss der 24 deutschen Landesbühnen mit dem Ziel, landesbühnenspezifische Themen und Interessen gemeinsam zu vertreten und die kulturpolitische Breitenwirkung der Landesbühnen zu verstärken - sie zeichnet sich durch folgende Aktivitäten besonders aus: - die Landesbühnengruppe gibt jährlich das Landesbühnenjournal heraus, das eine Selbstdarstellung aller Landesbühnen einschließlich des Spielplanangebotes einer Spielzeit umfasst - sie widmet sich besonders der zeitgenössischen Dramatik durch die Ausschreibung des Autorenförderpreises - um die Bereitschaft der Landesbühnen auch für Uraufführungen zu fördern, wird jährlich ein Preis in Form eines Stipendiums vergeben, der an den Autor und die uraufführende Landesbühne geht. Von diesem Preis geht ein wichtiges kulturpolitisches Signal aus, weil so auch fernab der Metropolen entscheidende Theaterereignisse stattfinden - die Landesbühnengruppe führt im Rhythmus von zwei Jahren die Landesbühnentage durch: Jeweils ein Landestheater oder ein Bespieltheater richtet ein Theatertreffen der Landesbühnen aus, an dem ein Querschnitt des umfangreichen Repertoires gezeigt wird - sie ist zudem regelmäßig auf der INTHEGA, der Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen e.V., vertreten: Durch eine gemeinsame Präsentation der 24 Landesbühnen auf dem Theatermarkt - unter Beibehaltung des individuellen Profils der einzelnen Theater - wird die kulturpolitisch herausragende Bedeutung der Landesbühnen unterstrichen. - Christian Schmidt, Intendant der Landesbühnen Sachsen und auf der Sitzung des Vorstandes der Landesbühnengruppe während der Tagung des Deutschen Bühnenvereins erneut zum Vorsitzenden der Landesbühnengruppe im Deutschen Bühnenverein gewählt, tritt damit seine 3. Amtszeit an - 2004 hatte er erstmals diese Funktion übernommen und war 2007 wiedergewählt worden. |
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