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Nah dran! - Auftragshonorare 2010/11 vergeben |
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Preise
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Jury bemängelt Qualität der Bewerbungen
Nach der diesjährigen Ausschreibung des Projektes „Nah dran!“, ein Kooperationsprojekt des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland und des Deutschen Literaturfonds e.V. mit Mitteln der Kulturstiftung des Bundes, haben sich 19 Autorinnen und Autoren mit jeweils einem kooperierenden Theater beworben. Die Jury entschied in ihrer Sitzung Ende März in Darmstadt, zwei Stückentwürfe durch die Vergabe von jeweils 5.500 Euro Auftragshonorar zu fördern; ein drittes Auftragshonorar konnte nach Meinung der Jury nicht vergeben werden.
Folgende Projekte erhalten im Rahmen von „Nah dran!“ eine Förderung: „Önf! Womit keine Zahl rechnet“ von Katja Hensel (Berlin) in Kooperation mit dem Theater an der Parkaue Berlin - die Autorin plant ein Theaterstück für Kinder ab 8 Jahren, in dem sich eine Zahl nach langer Abwesenheit wieder in das System einreihen möchte: Önf! Die neue Zahl mit Strich und Bauch irritiert, wird aber auch bald geliebt. Die Jury war von der Originalität der Idee sowie dem geplanten Erarbeitungsprozess am Theater überzeugt - bemerkenswert sei auch, dass hier ein Kinderstück mit 6 SchauspielerInnen, also einem größeren Ensemble, geplant ist. Die Premiere soll 2011 stattfinden. „Eulenspiegel“ (AT) von Katrin Lange (Berlin) in Kooperation mit dem Jungen Staatstheater Braunschweig - in Katrin Langes Konzeption stehen nicht „Tills lustige Streiche“ im Vordergrund, sondern ein Mensch, der fremd ist und sich in der Gesellschaft zurechtfinden muss. Das Stück spielt im Mittelalter und soll mit fünf Schauspielern, die „jeden und alles“ darstellen, ins Heute verweisen. Die Jury würdigte diese Ansätze, die auch eine besondere Herausforderung für die beteiligten Künstler sind. Das Stück ist für Kinder ab 6, die Premiere wird im September 2011 stattfinden. Die Jury, der Henning Fangauf, Gunther Nickel und Marco Süß angehörten, konstatierte zwar, dass unter den weiteren Bewerbungen tagespolitisch brisante und gesellschaftlich relevante Theaterprojekte vorgestellt wurden, vermisste aber die in der Ausschreibung geforderten Kriterien von „poetischer Kraft“, „dramatischer Dichte“ und „Originalität in der Stofffindung“. Man habe eher „Theatertexte denn dramatische Literatur“ vorgefunden, zudem „eine häufig schlicht kopierte Alltagssprache“ sowie eine Geschichtenfindung, in der es wenig Neues und Überraschendes zu entdecken gebe. „Anspruchsvoller Ausdruck und individuelle Gestaltung durch die Künstler sollten gegenüber dem berechtigten Anliegen nach der Aktualität eines Themas oder der gesellschaftskritischen Relevanz des Stückes Vorrang haben“, betonte die Jury, und möchte daher Autoren und Künstler auffordern, auch für das Kindertheater literarische Kriterien und kreative Aspekte in den Stückentwicklungen stärker zu beachten und bereits jetzt mit den Planungen für eine Bewerbung an der Ausschreibung „Nah dran!“ 2011 zu beginnen - im Frühjahr 2011 werden bis zu vier Auftragshonorare vergeben. |