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Henze-Projekt 2010: Neue Musik für eine Metropole |
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Hans Werner Henze, dessen neuestes Werk „Immolazione“ nach dem dramatischen Gedicht „Opfer“ von Franz Werfel kürzlich in Rom uraufgeführt wurde, zählt zu den wichtigsten Komponisten der Gegenwart - sein Werk zeichnet sich durch eine große Vielfalt und Spannweite aus; als Lehrer, Festivalleiter, Förderer junger Talente und Impulsgeber gehört er zu den prägenden Protagonisten und Pionieren der Moderne. Die gesamte Musiklandschaft der Metropole Ruhr hat sich daher für eine Hommage an den 83-jährigen Komponisten und Musikdenker zu einem „Netzwerk für Neue Musik“ zusammengeschlossen:
Über 40 Partner präsentieren von Januar bis Dezember 2010 Henzes musikalisches Werk und gesellschaftliches Handeln von den frühen Anfängen bis zu den Werken der Gegenwart - Opern, Ballette, Sinfonie- und Kammerkonzerte und Funkopern; Filmretrospektive, Orchesterfestival, Symposion und Kompositionswettbewerb sind Formate, die Henzes Spuren und Einflüssen nachgehen. Beteiligte Institutionen sind u.a. Aalto Ballett Theater Essen, Aalto-Musiktheater Essen, Ballett Dortmund, Ballett Hagen, Ballett Schindowski - Musiktheater im Revier, Deutsche Oper am Rhein, Ensemble für Neue Musik NRW, Folkwang Hochschule, Klangvokal Musikfestival Dortmund, Musiktheater Dortmund, Musiktheater Hagen, Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, Ruhrtriennale und Theater Oberhausen. Die Reihe „Education Communication Komposition“ widmet dabei dem Verstehen Neuer Musik und ihrer Vermittlung an junge Zuschauer besondere Aufmerksamkeit - deutlich werden soll hierbei, dass konzentriertes Lernen, Forschen und freies Improvisieren eine prinzipielle Antwort auf die uns umgebende Flut an Impulsen und Anforderungen sein können. Im Zentrum der Werkschau steht ein Auftragswerk der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 und der Semperoper Dresden: „Gisela oder: Die merk- und denkwürdigen Wege des Glücks“. Die Uraufführung dieser Oper ist eine Eigenproduktion der Ruhrtriennale in der Regie von Pierre Audi. Inspiriert von den offenen Bühnenräumen der Industriespielstätten entwickelt Henze hierbei ein musikalisches Szenario für ein Ensemble mit Jugendlichen, jungen Künstlern, Amateuren und professionellen Musikern; Schauplätze der Geschichte sind Oberhausen und Neapel (ML Steven Sloane, Premiere 25. September Maschinenhalle Zeche Zweckel, Gladbeck). In einem Gespräch mit der FAZ berichtete Henze u.a., dass ihn das Festival an der Ruhr nicht zuletzt deshalb interessiere, weil seine Vorfahren alle „aus dieser Ecke“ kämen: „Daher meine Affinität zu den Leuten dort, die sehr charmant sind in ihrer eher nicht so behendigen Art. Das Stück ‚Gisela’ ist ein Jugendprojekt. Sie wollten von mir eine Art ‚Pollicino‘ für Erwachsene haben. Ich schreibe das für im Ruhrgebiet ansässige Chöre und Instrumentalgruppen. Ich schreibe für Jugendliche, für Studenten. Das ist nicht leicht, aber auch nicht wahnsinnig schwer, vor allem: Es ist anregend.“ Zum Henze-Projekt erscheint ein umfangreiches Programmbuch: „Das Henze-Projekt. Neue Musik für eine Metropole“, mit Texten und Fotos von Hans Werner Henze, Steven Sloane, Holger Noltze, Barbara Klemm, Stefan Moses, Ursula Kaufmann u.a., 128 Seiten, Essen 2009. Weitere Informationen unter www.ruhr2010.de/henze-projekt.
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