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Theatertreffen 2009: Stückemarkt-Preise vergeben |
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Montag, 25. Mai 2009 um 01:00 Uhr |
Oliver Kluck, Nis-Momme Stockmann, Davide Carnevali ...
Am 13. Mai wurden die beiden Preise des Stückemarkts des Berliner Theatertreffens an zwei
junge Dramatiker verliehen. Der Förderpreis für neue Dramatik des tt Stückemarkts wurde bereits zum sechsten Mal vergeben, der Werkauftrag des tt Stückemarkts zum dritten Mal. Beide Preise werden von der Bundeszentrale für politische Bildung gestiftet. Die Preis-Jury 2009 - Andrea Koschwitz (Chefdramaturgin am Maxim Gorki Theater Berlin), Milena Mushak (Leiterin des Festivals „Politik im Freien Theater” der Bundeszentrale für politische Bildung), Kekke Schmidt (Dramaturgin am Schauspiel Stuttgart) und beratend Yvonne Büdenhölzer (Leiterin des Stückemarkts) - wählte Oliver Kluck mit seinem Stück „Das Prinzip Meese” für den mit 5.000 Euro dotierten Förderpreis für neue Dramatik aus. Der in Berlin lebende Oliver Kluck wurde 1980 in Bergen auf Rügen geboren. Er absolvierte eine Ausbildung zum Wasserbauer und begann ein Studium der Nautik. Seit 2006 beschäftigt er sich mit dem literarischen Schreiben und hat seitdem u.a. Dramaturgie bei Jens Groß und Roland Schimmelpfennig studiert, Prosa bei Jens Sparschuh und Essayistik bei You Il Kang. 2007 entstanden sein erstes Theaterstück „Mut macht Mut” und die Erzählsammlung „Ein Himmel voller Bratschen”. Im Sommer 2008 wurde sein Drehbuch „Ukrainische Verhältnisse” in Kiew verfilmt. Im gleichen Jahr begann er die Arbeit an einem Essay über die Generation Meese, aus dem er sein Theaterstück entwickelte. Das Preisträgerstück wird in der kommenden Spielzeit am Maxim Gorki Theater Berlin uraufgeführt. Der mit 7.000 Euro dotierte Werkauftrag des tt Stückemarkts, der an einen der 10 Autoren verliehen wird, geht in diesem Jahr an Nis-Momme Stockmann - sein neues Stück soll am Schauspiel Stuttgart uraufgeführt werden. Nis-Momme Stockmann wurde 1981 in Wyk auf Föhr geboren. Er studierte Sprache und Kultur Tibets in Hamburg und Medienwissenschaft in Odense (Dänemark), bevor er 2008 ein Studium des Szenischen Schreibens an der Universität der Künste Berlin begann. Beim internationalen Filmfestival in Odense gewann er 2005 den ersten Preis für seinen Kurzfilm „Ignorans”, 2006 und 2007 war er Mitorganisator der Flensburger Kurzfilmtage. Nis-Momme Stockmann, der in Berlin lebt, schreibt Theaterstücke, Hörspiele, Lyrik und Prosa. „Der Mann der die Welt aß” wurde auch beim diesjährigen Heidelberger Stückemarkt ausgezeichnet (s. unten). Deutschlandradio Kultur wählte auch 2009 wieder ein Stück der Stückemarkt-Autoren aus, um es unter dem Titel „Theatertext als Hörspiel” zu adaptieren: Der Text „Variazioni sul modello di Krae-pelin - Variationen über das Kraepelin-Modell” von Davide Carnevali wird von Deutschlandradio Kultur als Hörspiel produziert und 2010 gesendet. Davide Carnevali, 1981 in Mailand geboren, arbeitete als Assistent der Dramaturgin und Schauspielerin Laura Curino am Mailänder Piccolo Teatro und am Teatro Stabile in Turin. Ab 2005 studierte er Dramaturgie an der Sala Beckett in Barcelona, zurzeit absolviert er an der dortigen Universitat Autònoma ein Postgraduierten-Studium. Carnevali ist als Übersetzer und Kritiker beim italienischen Theatermagazin Hystrio sowie als Herausgeber beim Verlag Ubulibri tätig. Mit seinem Stück „Saccarina” war er Finalist des Premio Riccione per il Teatro. Der mit 5.000 Euro dotierte Alfred-Kerr-Darstellerpreis ging in diesem Jahr an Kathleen Morgeneyer für ihre Rolle der Nina in „Die Möwe” in der Inszenierung von Jürgen Gosch am DT Berlin ( „Diese junge Schauspielerin ist eine hochbegabte, die so viele schöne Fähigkeiten hat, dass sie auf der Bühne nicht spielt, sondern lebt”, so Alleinjurorin Jutta Lampe); der mit 10.000 Euro dotierte 3sat-Preis wurde zum ersten Mal live im Theater und zugleich im Fernsehen ausgetragen: Er wurde dem Schauspielertrio Birgit Minichmayr, Nicholas Ofczarek und Werner Wölbern für ihre hervorragende Schauspielkunst in „Der Weibsteufel” von Karl Schönherr, Regie Martin Kušej, zuerkannt ( „Die drei Schauspieler verkörpern das, was Theater ist. Menschen, die Menschen darstellen, Menschen, die Theater erzählen. Das ist eine Kunst, die gerade in der heutigen Zeit verloren geht”). Unter dem Motto „Hier und Jetzt” stemmte das Festival 53 Veranstaltungen. Die 29 Vorstellungen (inklusive zwei Voraufführungen der „Kirche der Angst”), 11 Lesungen bzw. Aufführungen des Stückemarktes, 3 Diskussionen, 2 Filme, 4 Nachtmusikkonzerte und 4 Preisverleihungen wie auch die Publikumsgespräche versammelten rund 20.000 Besucher beim Theatertreffen 2009. Das Theatertreffen 2010 findet vom 7. bis zum 23. Mai statt. Weitere Informationen unter www.theatertreffen-berlin.de.
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