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Zur finanziellen Zukunft von theaterhagen |
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Dienstag, 30. Juni 2009 um 01:00 Uhr |
Pressemitteilung des Theaters/Offener Brief der DOV
Über die (finanzielle) Zukunft des theaterhagen, das erst letzten Sommer in einer NRW-Kritikerumfrage zum zweitbesten
Musiktheater in Nordrhein-Westfalen gewählt worden war, hatte es in den vergangenen Wochen unterschiedliche Veröffentlichungen gegeben - wir drucken daher an dieser Stelle eine Pressemeldung des Theaters ab, die uns Ende Juni erreichte: Vertreter der hochverschuldeten Stadt Hagen sowie Mitglieder der Bezirksregierung in Arnsberg hatten ein Sparpaket mit einem Gesamtvolumen von 92 Millionen Euro erarbeitet. Die ursprünglich von der Bezirksregierung geforderte Einsparsumme für die kulturellen Einrichtungen Hagens in Höhe von 9 Millionen Euro (davon 5-6 Millionen im Theater) war - obwohl sie von den Hagener Vertretern abgelehnt worden war - zunächst der Öffentlichkeit als Resultat der gemeinsamen Sparbemühungen von Stadt und Bezirksregierung vorgestellt worden und hatte natürlich für großen Protest im Theater und in der Bevölkerung gesorgt. Der zwischenzeitlich erfolgten offiziellen Veröffentlichung des Sparpaketes kann jedoch entnommen werden, dass die von der Kultur in Hagen geforderte Einsparsumme „nur” 2,5 Millionen Euro beträgt, wovon das theaterhagen 800.000 Euro ab 2014 aufbringen soll. Unter seinem Intendanten Norbert Hilchenbach hat das Theater, das 2011 seinen hundertsten Geburtstag begehen soll, in den Jahren 2007 bis 2008 bereits ca. 1 Million Euro eingespart, ohne den Programmumfang sowohl quantitativ wie qualitativ einzuschränken. Inzwischen hat die Theaterleitung Gespräche mit der Staatskanzlei in Düsseldorf, lokalen Förderern sowie Vertretern der Hagener Politik aufgenommen, mit dem Ziel, das Theater in gemeinsamer Arbeit bis 2014 für die Zukunft zu positionieren und die dafür notwendige Finanzierung ebenso wie die Beibehaltung aller vorhandenen Sparten sicher zu stellen. Voraussetzung dafür aber ist - so Norbert Hilchenbach -, dass die Stadt Hagen wie auch die Bezirksregierung in Arnsberg keine weiteren Einsparungen im Theater fordern werden. „Es wäre eine Schande”, sagte der Intendant, „wenn die große künstlerische ebenso wie die vorbildliche wirtschaftliche Arbeit des Theaters am Vorabend seines hundertsten Geburtstages stumpf ignoriert und der Stadt ihr kulturelles Zentrum genommen würden”. Einen offenen Brief an die Stadträte der Stadt Hagen gab wenig später die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) heraus: „Mit großer Sorge verfolgen wir die seit mehreren Jahren immer schwierigere finanzielle Situation der Stadt Hagen”, heißt es da. Nicht nur stehe ein Beschluss an, der eine Kürzung des Etats des Theaters Hagen um 800.000 Euro jährlich ab 2014 vorsehen würde, sondern - beruhend auf dem actori-Gutachten - „werden gegenwärtig auch andere erschütternde Szenarien diskutiert, die in der Konsequenz auf eine Abwicklung sowohl des Theaters als auch zahlreicher anderer Kultureinrichtungen Hagens hinauslaufen könnten”. Schon die erstgenannte, auf den ersten Blick moderat erscheinende Variante hätte zur Folge, dass Aktivitäten vor allem im Kinder- und Jugendbereich von Theater und Orchester eingestellt werden müssten. „Wir können uns nicht vorstellen, dass dies - trotz aller finanziellen Zwänge - die ‚Zukunftspolitik' der verantwortlichen Politiker der Stadt Hagen sein kann. Wir können uns dies insbesondere deswegen nicht vorstellen, weil nachgewiesenermaßen in keinem Fall in der Vergangenheit durch einen Abbau kultureller Substanz Kommunal- oder Landeshaushalte saniert werden konnten: Viel zu gering ist der Anteil der Kulturförderung am Gesamthaushalt. Es bliebe die unwiederbringliche Zerstörung kultureller Substanz mit der Folge eines erheblichen Attraktivitätsverlustes für die Stadt Hagen. Konsequenzen für künftige Investitionsentscheidungen und damit der Zukunft der Stadt wären vorprogrammiert (...) Wir appellieren an Sie, Theater und Orchester zu erhalten und auch in Zukunft auskömmlich zu finanzieren!”
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